Mein Favorit Dezember 07:

Eisbären spielen im späten Licht

In der zweiten Woche, als die Temperaturen unter minus 25 Grad fielen, gab es viel Sonne. Zwischen 9.00 und 10.00 und 14.30 und 15.30 Uhr strahlte die Sonne ein sehr warmes Licht und ließ das Fell der Eisbären gelb und orangefarben erscheinen. Die Spiele der Bären sind manchmal sehr heftig. Es wird geboxt, geschubst gerungen, und manchmal auch so zugebissen, dass es Verletzungen gibt. In der Mittagszeit liegen sie gerne an wingeschützter Stelle und nutzen die wärmenden Sonnenstrahlen. Aber es werden immer weniger. Am letzten Tag meines Aufenthaltes an der Hudson-Bay habe ich nur noch einen alten Bären gesehen. Für den übernächsten Tag war ein Blizzard angesagt, und ein Ortskundiger sagte mir: „Nach dem Blizzard ist kein Bär mehr an Land“. Ich war froh, dass mein Flug einen Tag vor dem Schneesturm angesagt war. Churchill ist nicht über das kanadische Straßennetz erreichbar, nur per Eisenbahn und Flugzeug.

Mein Favorit November 07:

Eisbär fühlt sich wohl

Auf die „Welthauptstadt der Eisbären“ war ich sehr gespannt. Churchill, Manitoba, Kanada, ist ein kleiner Ort an der Westküste der Hudson-Bay. Auf einem etwa 50 Km langen Küstenstreifen, der in Ost-West Richtung verläuft, sammeln sich im November sehr viele Eisbären und warten darauf, dass die Hudson-Bay zufriert. Als wir am 13. 11. ankamen, hatte es sehr gestürmt, die noch dünne Eisschicht war in sehr kleine Stücke zerbrochen und es gab hohe Wellen. Daher waren alle Bären an Land und ich hatte sehr gute Anblicke und damit gute Motive. In der ersten Woche war der Himmel immer bedeckt. Das Bärenfell zeigte gute Strukturen und der Autofocus konnte jederzeit „zupacken“. Die Bären sind sehr hungrig, und es dauert noch einige Zeit, bis sie etwa 15 Km vom Strand entfernt auf dem Eis ihre Hauptbeute, die Robben, jagen können. In der zweiten Woche war die Bay innerhalb von zwei Tagen zugefroren, und die Bären wanderten auf das Eis.

Mein Favorit Oktober 07:

Geparden in der Masai Mara

In diesem Jahr war es in der Masai Mara anders. Vor einigen Wochen war auf riesigen Flächen das trocken Gras abgebrannt worden. Danach hatte es noch ausgibig geregnet. Auf den Brandflächen wuchs frisches Grün, und alle Grasfresser hatten reichlich und gute Nahrung. Dazu kam, dass in allen kleinen und großen Bachläufen Wasser vorhanden war. Es bestand daher Ende September/Anfang Oktober für die riesigen Gnu- und Zebraherden kein Grund, dieses Gebiet zu verlassen. Und so habe ich dann im Gegensatz zum Vorjahr in den zwei Wochen keine Flussüberquerung erlebt. Dafür gab es jeden Tag mehrere Begegnungen mit Löwen und Geparden. Vor allen Dingen die Geparden hatten einen Reich gedeckten Tisch, weil es bei einigen Wildarten schon reichlich Nachwuchs gab, und das Jagen auf den abgebrannten Flächen sehr viel leichter war.

Mein Favorit September 07:

Walrosse-sanfte Riesen

Nach 15 Minuten Fahrt sind wir nur noch wenige hundert Meter vom Strand entfernt. Hier und da taucht der Kopf eines Walrosses auf, aber zum Fotografieren ist es zu weit. Wir gehen an Land und sehen auf der anderen Seite der kleinen Insel eine Herde von etwa achtzig Tieren. Sie liegen dicht gedrängt. Das schützt und wärmt am besten. Eine Gruppe jüngerer Tiere tummelt sich im flachen Wasser. Wir nähern uns sehr langsam und vorsichtig am Strand entlang den Walrossen. Sie können sehr schlecht sehen, aber sie sind sehr neugierig. Die Order lautet: Nicht näher als 30 Meter herangehen.

Wir haben nun gute Gelegenheit zu beobachten und zu fotografieren. Ich bemerke, dass sich eine Gruppe junger Tiere im Wasser nähert. Neugierig tauchen sie auf, beobachten uns und tauchen wieder ab. Näher als 50 Meter kommt die Gruppe nicht.

Plötzlich taucht zwanzig Meter entfernt ein starker Bulle auf. Am Strand sind alle ruhig und bewegen sich nicht. Langsam kommt das riesige Tier näher und aus zehn Meter Entfernung lässt es sich „portraitieren“. Die Nähe zu diesem mächtigen Tier ist ein besonderes Erlebnis. Nach einer Minute zieht es sich ins tiefere Wasser zurück.

Wir gehen zurück zu den Schlauchboten. Auf dem Weg zurück zum Schiff tauchen immer wieder Walrosse neben den Zodiaks auf, manchmal nur wenige Meter entfernt. Einige Bootsinsassen schauen etwas ängstlich, aber die riesigen Tiere schauen nur und tauchen sofort wieder ab. Sie sind eben neugierig. Die Walrossjäger vergangener Zeiten müssen leichtes Spiel gehabt haben, als sie diese mächtigen Tiere zu hunderten abschossen, um an den Speck und das Elfenbein der bis zu hundert Zentimeter langen Stoßzähne zu kommen.

Heute sind Walrosse rund um Spitzbergen sehr streng geschützt, und es gibt Walrossplätze, die von Menschen überhaupt nicht aufgesucht werden dürfen. Die Bestände erholen sich langsam.

Mein Favorit August 07:

Eisbär und Bartrobbe

Gegen 10.00 Uhr ruft jemand: “Polarbaer right in front“. Auf einer Eisscholle in ca.2000m Entfernung sehe ich im Fernglas einen kleinen dunklen Punkt. Das Schiff gleitet unmerklich näher, und bald ist der Eisbär deutlich zu erkennen. Aber da ist noch etwas Dunkles neben ihm. Sollte er Beute gemacht haben? Beim Nähergleiten wird es Gewissheit: Der Bär, ein großes männliches Exemplar, hat eine Robbe auf der Eisscholle gefangen. Es ist eine Bartrobbe. Er reißt zunächst das Fell auf und frisst als erstes die Fettschicht, die sich zwischen Haut und Körper befindet. Das ist wohl für ihn die wichtigste weil kalorienreichste Nahrung. Mit am Futterplatz sehe ich die Elfenbeinmöwe. Ein seltener, schneeweißer Vogel, der sich sehr stark auf die Beuteplätze der Eisbären eingestellt hat.

Nach einer Stunde verlässt der Bär seine Beute und geht erstmal baden. Er muss nicht befürchten, dass ein anderes Tier ihm hier im Packeis die Beute streitig macht. Wolf und Polarfuchs sind einige hundert Kilometer entfernt. Die Möwen werden sich ein paar Fleischstückchen holen. In ein paar Tagen wird er den Rest der mehrere Zentner wiegenden Robbe verzehrt haben. Es wird ihm helfen, frühzeitig Reserven zu sammeln, damit er gut durch den früh einbrechenden arktischen Winter kommt. Was hat es Knut doch gut.

Das war der Sonntag – ganz gewiss ein Glückstag für den Fotografen. Nach einer weiteren Stunde Fahrt muss unser Schiff umkehren, wir kommen nur noch mit ganz geringer Fahrt voran, das Packeis wird zu dicht.

Nördlichster Punkt:80/54/109nord und19/06/099ost. Wir haben den 81sten Breitengrad Nord nur um wenige Kilometer verpasst. Mal sehen, ob wir die Hauptinsel im Norden umrunden können.

Mein Favorit Juli 07:

Bartkauz in Mittelschweden

Als Verbreitungsgebiet für den uhugroßen Bartkauz wird in den meisten Bestimmungsbüchern der Norden Norwegens, Schwedens und Finnlands angegeben. Als mich ein Anruf aus Mittelschweden erreichte, dass dort ein Bartkauzpaar auf einem Greifvogelhost in etwa sieben Metern Höhe in einem lichten Kiefernhochwald vier Junge großzieht, war ich drei Tage später vor Ort. Zu meiner Freude und Überraschung stellte ich fest, dass die Vögel bei Einhaltung eines Mindestabstandes vom Horstbaum und ruhigem Verweilen keinerlei Scheu vor dem Fotografen hatten. Der weibliche Vogel hielt sich meist auf oder in der Nähe des Horstes auf. Der männlich Vogel war für die Jagd zuständig. Er brachte auch seiner Partnerin Beute – beobachtet nur Mäuse. Die Jungvögel waren noch längst nicht flugfähig, aber sie ließen sich aus dem Horst fallen (einmal direkt beobachtet) und wurden dann an geschützter Stelle von den Eltern weitergefüttert. Die Jungen wechselte im Laufe des Tages ihren Platz.

Mein Favorit Juni 07:

Eisvogel in der Senne

Die klaren Sennebäche bilden einen idealen Lebensraum für den Eisvogel. Wenn sich nahe eines Baches ein Steilufer oder eine Abbruchkante findet, wird mit sehr viel Eifer eine 50 – 70 cm tiefe Bruthöhle in das Erdreich gegraben. Die Höhle steigt zum Brutkessel leicht an, und manchmal kann man sehen, dass der Kot der Jungvögel nach vorne aus der Höhle fließt. Während der Fütterungsphase fliegen die Altvögel etwa alle 20 – 30 Minuten die Höhle an. Vor dem Anfliegen setzen sie sich für einige Sekunden mit der Beute auf einen exponierten Ast. Das ist eine gute Chance für den Fotografen. Wenn man sein Ansitzzelt „vogelgerecht“ aufstellt, zeigen die Eisvögel keine Scheu. Unter guten Bedingungen kommt es im Mai oft zu einer Zweitbrut. Während in der einen Höhle noch gefüttert wird, wird an der anderen schon fleißig gegraben und zwischendurch kommt es mit „Geschenkübergabe“ zu Paarungsscenen.

Mein Favorit Mai 07:

Auerhahnbalz in Schweden

Im Gegensatz zum Birkhahn hat der Auerhahn ein wesentlich größeres Balzrevier. Das bedeutet für den Fotografen, dass ein "Treffen" mit diesem großen Vertreter der Raufußhühner weit seltener ist. Um so mehr habe ich mich in diesem Jahr gefreut, bei drei Ansitzen jedesmal diesen großen Vogel ausgiebig balzend am Ansitz zu haben. Die ausgezeichnete Vorarbeit und die gute Ortskenntnis von Hilmar Wichmann bei der Aufstellung der Ansitze war sicher eine wesentliche Voraussetzung. Aber eine gehörige Portion Glück gehört wie immer dazu. Durch das große Balzrevier kommt es auch viel seltener zu Kämpfen konkurierender Hähne. Die Auseinandersetzung findet meist als "Schnabelfechten" statt (siehe Schweden-Vögel-Auerhahn). Dabei berühren sie sich selten. Doch gelegentlich geht es heftig zur Sache, dann schlagen sie kräftig mit den Flügeln auf einander ein. Diese Flügelschläge sind im stillen Hochwald weit zu hören.

Mein Favorit April 07:

Schweden - Kranich im Anflug

Im April treffen die Kraniche in Mittel- und Nordskandinavien ein. Zum Teil treffen sie noch Schneeflächen an, und viele Seen haben noch eine geschlossene Eisdecke. Die Kranichpaare suchen überwiegend ihre Vorjahresbrutgebiete wieder auf und klären durch häufiges synchrones Trompeten ihren Platzanspruch. Es geht aber nicht immer ohne Streit mit konkurierenden Paaren. In der zweiten Aprilhälfte liegt die Hauptpaarungszeit. Die offenen Flächen der Hochmoore wählt das Birkwild gerne als Balzplatz, und auch die Kraniche mögen diese freien Flächen. So kommt es zur Birkhahnbalz gelegentlich zu Kranich-Birkhahn Begegnungen (siehe Schweden-Vögel-Kranich). Die Anflüge der Kraniche sind immer sehenswert, weil sie bei dieser Gelegenheit die volle Fläche ihrer Schwingen einsetzen.

Mein Favorit März 07:

Später Anflug,Kraniche in der Serena

Im Februar war ich wieder in der Serena und habe auf Kraniche angesessen. Abends flogen Kraniche ein. Das Licht war für "normale" Aufnahmen schon nicht mehr ausreichend (1/3sec.-f 5,6). Da ich aber das Ansitz-Zelt noch nicht verlassen konnte, habe ich etwas probiert. Ich habe die einfliegenden Vögel gegen den etwas helleren Himmel in den Autofocus genommen und dann mitgezogen und vor dem dunklen Hintergrund der Bäume ausgelöst. Die Flug- und Schwingenbewegungen der hellen Vögel ergaben bemerkenswerte Wischer.

Mein Favorit Februar 07:

Flamingos am Lake Elmenteita

Etwa zehn Kilometer südlich des Lake Nakuru liegt im ostafrikanischen Graben auf einem großen Areal des legendären Lord Delamere der Lake Elmenteita. Er gehört zu den Natronseen. Das sind flache abflußlose Seen mit mineralhaltigen Süßwasserzuläufen. Das Wasser verdunstet unter der Äquatorsonne und die überwiegend salzigen Mineralien bleiben zurück und bilden zum Teil große weiße Flächen. Das Wasser ist daher auch sehr salz(natron)haltig. In diesem ganz besonderen Wasser leben ganz besondere Klein- und Kleinstlebewesen. Sie werden von den Flamingos mit ihrer besonderen Schnabelkonstruktion aus dem Wasser gefiltert. Diese Nahrung der Flamingos enthält rote Farbstoffe, und diese lagern sich in den Federn ab und lassen die Flamingos in diesem typischen Rot/Rosa erscheinen. In den letzten Jahren hat die Zahl dieser Vögel deutlich nachgelassen. Wissenschafler führen dies auf eine Veränderung/Verschlechterung der Wasserqualität zurück. Aber noch ist es ein einmaliges Erlebnis, mit einem Heißluftballon über den See zu fahren.

Mein Favorit Januar 07:

Gaukler und Schreiseeadler

Dieses Bild könnte man mit Sprechblasen versehen. Gaukler (Altvogel):"Junger Mann, verlassen Sie sofort diesen Ansitzplatz. Hier halte ich Ausschau nach Beute." Schreiseeadler (Jungvogel):"Was sagten Sie gerade? Können Sie das bitte nochmal wiederholen?" Das ist natürlich eine rein menschliche Sichtweise. Aber man kann durchaus beobachten, dass bestimmte Positionen auf Bäumen und Felsen von Greifvögeln bevorzugt eingenommen werden. Die Schreiseeadler ( African Fish-Eagle) sitzen gerne entlang der Flüsse und warten auf das, was da schwimmt oder vorbeigetrieben wird. Nach rasantem Sturzflug greifen sie die Beute aus dem Wasser. Die Gaukler (Bateleur) haben einen sehr kurzen Stoß (Schwanz). Das mag der Grund sein, warum ihr Flug selten geradlinig verläuft und stark von Seitenbewegungen gekennzeichnet ist. Sie gaukeln eben.